28. Jugendgerichtstag 2019

Aktuelle Entwicklungen im Umgang mit straffälligen jungen Menschen in Niedersachsen

28. Niedersächsischer Jugendgerichtstag

Freitag, 14. Juni 2019

Landgericht Braunschweig 

Programm

09:00

Einlass und Anmeldung

09:30

Eröffnung und Begrüßung

Dr. Regine Drewniak, Vorsitzende der DVJJ-Landesgruppe Niedersachsen

Eva Moll-Vogel, Präsidentin des Landgerichts Braunschweig

Grußwort der Niedersächsischen Ministerin für Soziales, Gesundheit für Gleichstellung, Dr. Carola Reimann

10:00

"Das Gefängnis und die Strafe der Zukunft"

Dr. Thomas Galli, Rechtsanwalt und Autor, Augsburg

11:00

Arbeitskreise

13:00

Mittagspause

14:00

"Generation 2.0 – Aufwachsen mit Radikalisierung: Eine Aufgabe für die Kinder- und Jugendhilfe?!“

Präsentation

Dr. Thomas Meysen, SOCLES - International Center for Socio-Legal Studies

15:00

Ende des Jugendgerichtstags

15:15

Mitgliederversammlung der DVJJ-Landesgruppe Niedersachsen

Tagesordnung:

  1. Begrüßung, Feststellung Beschlussfähigkeit, Tagesordnung
  2. Bericht des Vorstands
  3. Finanzbericht
  4. Bericht der Kassenprüfer
  5. Entlastung des Vorstands
  6. Wahl des Vorstands
  7. Schwerpunkte der künftigen Arbeit
  8. Verschiedenes

Hierzu laden wir alle Mitglieder der DVJJ in Niedersachsen herzlich ein. Gäste sind sehr willkommen.

Arbeitskreise

Im letzten Jahr hatten wir einzelne Arbeitskreise als moderierte Diskussionsarbeitskreise konzipiert. Dies hat so viel positive Resonanz gefunden, dass wir uns entschlossen haben, in allen angebotenen Arbeitskreisen - dort wo die Themen es nahelegen - den Schwerpunkt auf den moderierten Austausch und die gemeinsame Diskussion zu legen. Wir hoffen, Sie haben auch in diesem Jahr reichlich Gelegenheit Ihre Praktikersicht einzubringen und von den Erfahrungen anderer Fachleute zu profitieren. Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen.

AK 1: Radikalisierung- Auseinandersetzung mit einem vielschichtigen Begriff

Radikalisierung: ein Begriff zwischen politischem und religiösem Extremismus und dem Aufbegehren gegen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Was aber ist Radikalisierung, in welcher Form ist sie politisch sinnvoll, wo birgt sie die Gefahr zur Gewalt und wo steht Gewalt als Ziel an oberster Stelle? Sind der Rechtsruck in Familien, Phänomene wie die Gelbwesten-Bewegung in Frankreich oder Terroranschläge von Fundamentalisten als Folge ideologisierter Religiosität mit Radikalisierung ausreichend bezeichnet? Offensichtlich bedarf es einer Klärung und Differenzierung des Begriffs.

Thomas Meysen, SOCLES, Heidelberg; Dennis Sögding, BAF e.V., Hannover

AK 2: Vermögensabschöpfung

Durch das Gesetz zur Reform der strafrechtlichen Vermögensabschöpfung, das bereits am 01.01.2017 in Kraft getreten ist, soll unter dem plakativen Leitmotiv „Kriminalität darf sich nicht lohnen“ die strafrechtliche Vermögensabschöpfung als Instrument der Kriminalitätsbekämpfung gestärkt werden. Die Anwendung des neuen Gesetzes bereitet Praktikern im Jugendstrafprozess mitunter nicht unerhebliche Probleme, denn die Vereinbarkeit dieser Reform mit den Zielen des Jugendstrafrechts wurde im Gesetzgebungsverfahren nicht erörtert. Der Arbeitskreis will über den aktuellen Diskussionsstand informieren, den bisherigen Umgang der Rechtsprechung darstellen und nach Auswegen aus dem entstandenen Dilemma suchen.

Andreas Guido Spahn, Richter am Amtsgericht Rudolstadt

AK 3: Die Umsetzung der Europarichtlinie für beschuldigte Kinder im Strafverfahren und die Auswirkungen für die Praxis

Die Deutsche Bundesregierung ist verpflichtet, bis zum Juni 2019 die Inhalte der Europarichtlinie für beschuldigte Kinder im Strafverfahren in nationales Recht umzusetzen. Der vom Bundesjustizministerium im Herbst 2018 hierzu veröffentlichte Referentenentwurf wird seither allerorten diskutiert. Der Arbeitskreis will erneut und unter dem Blickwinkel der sich derzeit herauskristallisierenden Schwerpunkte über die anstehenden Änderungen informieren, den aktuellen Stand der Umsetzung darstellen und gemeinsam die zu erwartenden Auswirkungen diskutieren.

Birthe Kuck, Staatsanwältin, Niedersächsisches Justizministerium

AK 4: Neue Wege, neue Chancen!

Schüler*innen im Berufsvorbereitungsjahr sind zuweilen stark belastet und haben eine eher negative Schullaufbahn hinter sich. Meist zeigt sich dies in Schulabsentismus, der letztlich nicht selten in den Jugendarrest führt. Das in Göttingen entwickelte erlebnispädagogische Projekt „Neue Wege – neue Chancen“ verfolgt das Ziel, Schüler der verschiedenen Kulturen als Team zusammenzuführen, Schulabsentismus zu verringern und eine positive Identifikation mit dem Lernort Schule zu erreichen. Das Konzept und die bisher erfolgte Umsetzung werden vorgestellt, andere Erfahrungen und Ideen der Teilnehmenden sollen einfließen. Ziel ist die Optimierung dieses Konzeptes, um es im nächsten Schuljahr erneut durchzuführen und weiteren Interessierten vorstellen zu können.

Thomas Bertram, BBS Göttingen

AK 5: Tacheles!

Wie kann Vernetzung und gute Zusammenarbeit gelingen, wenn die beteiligten Fachkräfte verschiedene Aufträge haben? Grundsätzlich versuchen die am Jugendstrafverfahren beteiligten unterschiedlichen Berufsgruppen zu unterschiedlichen Zeitpunkten mit unterschiedlichen Entscheidungen ihr Bestes, um die gemeinsame Aufgabe zu erfüllen. Gleichzeitig entstehen aufgrund der Verschiedenheit der Professionen und Perspektiven Konflikte, deren Bearbeitung nicht selten außen vor bleibt. Der Arbeitskreis bietet die Möglichkeit, Tacheles miteinander zu reden und Probleme in der Zusammenarbeit offen anzusprechen, Verständnis für die eigene Sichtweise zu schaffen sowie den beruflichen Standpunkt der Anderen nachzuvollziehen. Wir möchten durch den Austausch Akzeptanz schaffen und erste Schritte in Richtung Konfliktlösung gehen.

Isabell Plich, Staatsanwältin, Hannover; Sven Schöpf, Jugendhilfe im Strafverfahren, Hannover

AK 6: Täter-Opfer-Ausgleich 2025

TOA - Der schlafende Riese? Eine Bestandsaufnahme und Erkenntnisse für die Zukunft: Die Referentin, Johanna Muhl, Leiterin des TOA-Servicebüros in Köln, wird das Thema aus der Perspektive und mit dem Überblick einer bundesweit zuständigen Einrichtung beleuchten. Sie wird uns eine kurze Darstellung des "Jetzt" und Perspektiven für mögliche Veränderungen bis 2025 geben. Dann sollen im Gespräch mit den Teilnehmenden Fragen, Probleme, Lösungen Möglichkeiten und Wege Thema sein.

Johanna Muhl, TOA-Servicebüro, Köln; Hilke Kenkel-Schwartz, Konfliktschlichtung Oldenburg e.V.; Arend Hüncken, Kontakt e.V., Alfeld

AK 7: Die Evaluation ambulanter sozialpädagogischer Angebote

Die Landesarbeitsgemeinschaft für Ambulante Sozialpädagogische Angebote nach dem Jugendrecht e.V. (LAG) hat über eine Dauer von 2,5 Jahren die Implementierung eines Evaluationsinstruments für Ambulante Sozialpädagogische Angebote für straffällig gewordene junge Menschen im August 2018 abgeschlossen. Im AK sollen die Ergebnisse dieses Modellprojekts vorgestellt und die sich daraus ergebenden Fragen und Anregungen für die Praxis der Ambulanten Angebote diskutiert werden.

Daniel Kretzer Jugendhilfe e.V. Uelzen; Pascal Üstün, Jugendhilfe im Strafverfahren, Salzgitter

AK 8: Der digitale Raum als Ort der Viktimisierung von Minderjährigen – Eine kriminologische Perspektive

Der digitale Raum ist für junge Menschen mittlerweile so selbstverständlich wie der Straßenverkehr. Gleichzeitig wird dieser Raum nicht selten mit dem Attribut eines rechtsfreien Raumes assoziiert: Beleidigungskultur führe zum Gefühl eines Broken Web. Dieser Situation – und den damit verbundenen strafbaren Verhaltensweisen – sind insbesondere Kinder und Jugendliche tagtäglich im Internet ausgesetzt. Hierbei fehlt es im Umkehrschluss an grundsätzlichen gesellschaftlichen Mechanismen, um Heranwachsende vor den Risiken im digitalen Raum zu schützen. Im Rahmen des Arbeitskreises werden aktuelle Entwicklungen und Mechanismen beschrieben und diskutiert.

Thomas-Gabriel Rüdiger, Institut für Polizeiwissenschaft, Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg

Organisatorische Hinweise

Tagungsleitung

Dr. Regine Drewniak, Vorsitzende der DVJJ-Landesgruppe Niedersachsen

Tagungsort

Landgericht Braunschweig, Münzstraße 17, 38100 Braunschweig.

Anreisehinweise unter www.landgericht-braunschweig.de

Tagungsgebühr

EUR 40,- / EUR 30,- für DVJJ-Mitglieder, Studierende (mit Nachweis)

Beitrittsformular: http://www.dvjj.de/ueber-die-dvjj/mitglied-werden

Anmeldung: per E-Mail bis zum 15 Mai 2019 an: niedersachsenatdvjj [dut] de

Bitte teilen Sie uns Ihren Namen, Vornamen, Anschrift und E-Mail-Adresse, Beruf bzw. die Institution mit, die Sie vertreten. Des Weiteren vermerken Sie bitte den Arbeitskreis, an dem Sie teilnehmen möchten.

Überweisen Sie bitte zeitgleich mit der Anmeldung den pauschalen Kostenbeitrag für Tagungsgetränke und Verpflegung in Höhe von EUR 40,- bzw. EUR 30,- (für DVJJ-Mitglieder/Studierende) unter Nennung Ihres Vor- und Nachnamens bzw. aller Teilnehmenden, die Sie anmelden, auf das Konto der DVJJ-Landesgruppe Niedersachsen. Nach Eingang der Tagungsgebühr erhalten Sie per E-Mail eine Anmeldebestätigung. Eine Rückerstattung des Tagungsbeitrags ist nach dieser verbindlichen Anmeldung ausgeschlossen.

Kontoverbindung:

Sparkasse Hannover

IBAN DE91 2505 0180 0000 1324 20

BIC SPKHDE2HXXX

Ihre Teilnahmebestätigung erhalten Sie zusammen mit den Tagungsunterlagen am 14.06.19.

Wir weisen darauf hin, dass der Jugendgerichtstag in den vergangenen Jahren bereits vor Ablauf der Anmeldefrist ausgebucht war.

Ausstellung während des Jugendgerichtstages

Es besteht nach vorheriger Anmeldung die Möglichkeit im Landgericht Plakate, Informationsmaterial oder Ähnliches auszustellen. Tische können nach Absprache zur Verfügung gestellt werden, Stellwände stehen nicht zur Verfügung. Rückfragen und Anmeldungen bitte an niedersachsenatdvjj [dut] de.

Deutsche Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen e.V. (DVJJ)

Landesgruppe Niedersachsen

Dr. Regine Drewniak (Vorsitzende)

Schildweg 12a, 37085 Göttingen

niedersachsenatdvjj [dut] de

http://niedersachsen.dvjj.de/

Der Niedersächsische Jugendgerichtstag wird gefördert durch

Letzte Änderung dieser Seite: 
19.06.2019

Aktuelles

Der 28. Niedersächsische Jugendgerichtstag fand am 14. Juni 2019 im Landgericht Braunschweig statt. Alle weiteren Informationen finden Sie hier.